#001 – DER AUFZUGSCHACHT

Der Aufzugsschacht an der Süd-West-Fassade der Kunstmühle war ein frühes Beispiel eines Personenaufzuges. Die geschichtliche Zeitstellung der Errichtung des Aufzugsschachtes lässt sich, anhand von Lageplänen aus historischen Bauanträgen, auf Ende des 19.Jhd. bis Anfang des 20.Jhd. (ca. 1896-1906) eingrenzen.

Der Anbau eines Aufzuges war zu dieser Zeit eine wichtige Voraussetzung für die weitere Entwicklung der Kunstmühle. Personen und Güter mussten bis zu 17 Höhenmeter überwinden, um alle Geschosse erreichen zu können.

Der Aufzugsschacht bestand aus einer Holzfachwerkkonstruktion mit Ziegelausfachung und aussteifenden Andreaskreuzen in Form gekreuzter Langstreben. Es ist anzunehmen, dass die verwendeten Ziegel, im Reichsformat 25 cm x 12 cm x 6,5 cm, aus den zur damaligen Zeit bestehenden Ziegeleien in unmittelbarer Umgebung stammen.

Die noch vorhandene Aufzugstechnik umfasst einen Elektromotor, eine Seilwinde und gusseiserne Umlenkrollen mit Seil. Der Elektromotor stammt aus der Cölner Elektromotorenfabrik Johannes Bruncken, Köln-Bickendorf (1907-1957). Die Umlenkrollen bilden das System der Mehrfachhängung. Durch mehrere zusätzliche Umlenkungen hängt die Aufzugskabine an Tragseilen. Die Treibscheibe wird von einem Elektromotor angetrieben und je nach Drehrichtung der Treibscheibe, bewegt sich die Aufzugskabine auf oder ab. Am anderen Ende des Stahldrahtseiles befindet sich das Gegengewicht. Dank des Gegengewichtes muss der Elektromotor nicht die Massen von Aufzugskabine und Gegengewicht (Material: Stahl + Beton), sondern nur die halbe Nutzlast bewegen.

Der Beschilderung im Innenraum der Aufzugskabine ist zu entnehmen, dass im Jahr 1958 ein Umbau der technischen Ausstattung durch Schulte & Co. Aufzugsfabrik Wuppertal-E. (Fabr.Nr. 3254) erfolgte. Des Weiteren ist eine Aufzugsverordnung von 1927 vorhanden und Ausführungen der Betriebsvorschriften für Aufzüge von 1926 und aus dem Jahr 1948 im Original. Auf den Geschossebenen im Gebäude sind jeweils runde Anzeigetafeln (Anzeige der Haltestellen) neben den Aufzugstüren vorhanden.

Menü